Schlafstadt Nordwestbahnhof?

Die ÖVP Brigittenau befürchtet ein Planungsdesaster beim Nordwestbahnhof und fordert die verkehrsmäßige Einbindung des Areals. (06.09.2010)

Der Nordwestbahnhof zählt zu den letzten großen Entwicklungsgebieten in der Brigittenau. Die von der ÖVP seit Jahrzehnten geforderte Absiedlung des Bahnhofes rückt nunmehr in greifbare Nähe. Eigentlich ein Grund zur Freude, zerschneidet der Frachtenbahnhof doch den Bezirk in zwei unverbundene Teile und stellt eine wertvolle innerstädtische Grundstücksreserve dar.

Die SPÖ, bekannt für phantasielose Zersiedelung und die Errichtung von Plattenbau-Siedlungen, ist drauf und dran, die Chancen für eine sinnvolle Einbindung des riesigen Bahnhofsareals in die Brigittenau zu verspielen. Heimlich, still und leise wurde ein Konzept entwickelt, das die Errichtung einer abgekapselten Schlafstadt auf dem Gebiet des Nordwestbahnhofes vorsieht. Die einzigen Verbindungsstraßen durch das Areal sollen demnach gekappt werden, einzig die Zu- und Abfahrt für die Bewohner soll möglich sein.

ÖVP fordert Verlängerung der Wallensteinstraße hin zur Brigittenauer Brücke

Für VP-Bezirksparteiobmann LAbg. Wolfgang Aigner eine einzige Katastrophe. Der 20. Bezirk biete ein ungeheures Potential, das leider bisher viel zu wenig genützt werde.

"Ein neuer Stadtteil auf dem Gebiet des Nordwestbahnhofes böte die Gelegenheit, unsere traditionellen Einkaufsstraßen - die Wallensteinstraße und die Klosterneuburgerstraße - besser zu erschließen und neuen Käuferschichten zuzuführen. Deshalb verlangen wir eine Verkehrsachse über die Wallensteinstraße bis zur Brigittenauerbrücke!"

Die ÖVP befürchte auch nicht, dass dadurch eine neue "Transitroute" durch den 20. Bezirk aufgemacht werde. Aigner meint zu dieser Befürchtung, dass diejenigen, die möglichst rasch über die Donau wollen, wie bisher über die Lände und die Nordbrücke oder über die Adalbert Stifterstraße und die Floridsdorferbrücke fahren werden. Niemand werde durch den Bezirk durchfahren.

"Wir müssen aber danach trachten, dass auch Menschen von außerhalb zum Einkaufen über die Friedensbrücke und die Wallensteinstraße in den Bezirk kommen und unsere Einkaufsstraßen beleben. Zum bloßen Durchfahren ist diese Route wegen der notwendigen Ampeln ohnehin nicht geeignet."