"Wir fordern rasche Aufklärung, wie es möglich ist, dass ein mehr als dubioser Eigentümer einen ganzen Stadtteil unserer Stadt zum Schnäppchenpreis von zwölf Millionen Euro erwerben kann", so Landesparteiobmann Manfred Juraczka zu einem Artikel im Kurier.
"Dass der umstrittene kasachische Ex-Botschafter Rakhat Aliyev hinter dem Mehrheitseigentümer der Media Quarter Marx steht, wurde ja die längste Zeit von der SPÖ Wien bestritten. Mittlerweile wissen wir, dass es sehr wohl der Realität entspricht."
Jetzt erfahren wir, dass Aliyew per Notariatsakt vom 28. März 2011 bis Ende 2013 eine Option hat, den gesamten Mediencluster in St. Marx zu übernehmen. Die massive Intervention der Stadtregierung, neben anderen österreichischen Medien auch den öffentlichen Rundfunk nach St. Marx zu übersiedeln, stellt sich angesichts dieser Fakten in einem sehr eigentümlichen Licht dar.
Besonders hinterfragenswert ist in diesem Zusammenhang die Rolle von Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Im September wurden gegen sie schwerwiegende Vorwürfe erhoben, dass die Bestqualifizierte für die Leitung des AMS Wien nicht zum Zug kommen durfte, weil sie sich gegen den Zugriff der SPÖ Wien auf Gelder des AMS Wien gewehrt habe. Nun erklärt Aliyyev, er habe Brauner den ominösen Konstrukt rund um das MQM bei einem Spiel der Vienna Capitals erfolgreich schmackhaft gemacht.
"Ich bin im Zweifelsfall gerne geneigt, den Aussagen von Renate Brauner mehr Glauben zu schenken als den Aussagen von Rakhat Aliyev, fordere sie aber umso deutlicher auf, unmissverständlich klarzustellen, ob es ein Treffen oder eine wie immer geartetet Abmachung gegeben hat."
Im Hinblick darauf was in dieser brisanten Causa vielleicht noch alles ans Tageslicht kommt, wird der Rechnungshof - sobald er sich seine Prüfungsrecht beim Verfassungsgerichtshof erkämpft hat - in absehbarer Zeit nicht an Arbeitsmangel leiden.