Grüne ermöglichen Monsterprojekt am Marchfeldkanal!

Wie schnell doch vermeintliche Macht sämtliche Prinzipien und Anliegen vergessen lässt, demonstrierten die Grünen eindrucksvoll. (01.03.2011)

Noch letztes Jahr kämpfte die gesamte Opposition im Bezirk gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Mehr Lebensqualität am Marchfeldkanal" gegen eine haarsträubende Flächenwidmung der Fläche nördlich des Heeresspitals beim Marchfeldkanal. Zur Erinnerung: Diese Fläche war schon länger zur Verbauung vorgesehen, allerdings vorwiegend mit niedrigen Häusern. Dann beschloss die SPÖ im Alleingang Häuser mit 5-6 Geschoßen in sehr dichter Bebauung bis hin zum Marchfeldkanal zu errichten. Ohne zusätzliche öffentliche Verkehrsanbindung, ohne Verbesserung der Infrastruktur, ohne Rücksicht auf die Nachbarn und das nahe Landschaftsschutzgebiet. Unterschriften wurden gesammelt, Versammlungen abgehalten. Es nützte nichts, die SPÖ widmete noch vor der Wahl im Alleingang um.

Nach der Wahl ist alles anders

Seit die Grünen in Koalition mit der SPÖ sind, hat sich deren Sichtweise gänzlich geändert. Dinge und Zustände, die noch vor der Wahl - zu Recht - vehement bekämpft wurden, sind nun plötzlich ok. Larifari-Antworten diverser Magistratsabteilungen werden verteidigt, die Verhinderung von Zebrastreifen und ähnlichem achselzuckend zur Kenntnis genommen. In einem ersten Antrag auf Bezirksebene zur Verhängung einer Bausperre über das oben genannte Gebiet stimmten die Grünen noch Zähne knirschend zu. Sie hielten dies zwar nicht für sinnvoll, hätten es aber versprochen. In der letzte Sitzung der Bezirksvertretung hieß es dann plötzlich, die Oppositionsparteien hätten die Bürgerinitiative belogen und nur die Grünen hätten ihnen die Wahrheit verraten, nämlich: dass keine Bausperre kommen wird! Und so war es dann auch. In der Sitzung des Wiener Gemeinderates letzte Woche stimmten Grün und Rot freundschaftlich vereint gegen diese Bausperre und somit kann entlang des Marchfeldkanals munter losgebaut werden.

Wir halten Wort

Wir stehen weiter zu unserer Meinung und werden nichts unversucht lassen, dieses Monsterprojekt zu verhindern! Denn das nächste Gewitter braut sich bereits zusammen: Wenn das Heeresspital wirklich verkauft werden und dort gebaut werden soll, kommen zu den nun geplanten 1.200 Wohnungen mindestens 5.000 weitere dazu. Was das alleine für die Linie 31 bedeutet, braucht man wohl nicht zu erwähnen.