Das Donaufeld ist einer der Top Entwicklungsgebiete der Stadt: Tolle Lage, hohe Lebensqualität, zentrumsnah. Doch schon heute stöhnt die dort ansässige Bevölkerung über den stetig zunehmenden Autoverkehr und verstaute Straßen. Um die Situation zu entschärfen, aber auch um eine Diskussions- und Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Anbindung des Satzingerwegs an die B3 zu haben, forderte die ÖVP Floridsdorf eine umfassende Analyse der Verkehrssituation und die Auswirkungen auf das Bezirkszentrum und das untere Donaufeld - unter Berücksichtigung der geplanten Bauvorhaben in den nächsten 10 Jahren. Diese Analyse wurde nun den Mitgliedern der Verkehrskommission Floridsdorf vorgestellt.
Zusätzliche 7.000 Wohnungen entstehen
Eines wurde gleich zu Beginn festgehalten: im Bereich des Donaufeldes (nur im 21. Bezirk) werden bis zum Jahr 2021 weitere 7.000 Wohnungen entstehen, d.h. zumindest 20.000 zusätzliche BewohnerInnen! Der Autoverkehr wird dementsprechend auch zunehmen, genauso wie der Bedarf an zusätzlichen Angeboten im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Die negative Botschaft folgte sogleich: eine Verlängerung der U6 wurde in die Prognose erst gar nicht mit einberechnet, da diese offenbar vor 2021 überhaupt kein Thema ist! Auffällig war auch, dass der Großteil des Verkehrs aus dem Donaufeld ein einheitliches Fahrziel hat: über die Nordbrücke in die Stadt!
Wie kann man ein völliges Chaos verhindern?
Angesicht dieser Fakten liegt es auf der Hand, dass eine vorausschauende und nachhaltige Planung, sowohl was die Lage und Konzeption der zusätzlichen Wohnbauten anbelangt als auch im Bereich des öffentlichen und des Individualverkehrs unbedingt notwendig ist. „Flickwerk-Lösungen, wie einzelne Einbahnen oder kleinere Straßenumbauten, müssen ebenso der Vergangenheit angehören, wie das stückweise Verbauen riesiger Flächen, sodass lauter einzelne abgeschlossene Wohnblöcke entstehen", wiederholt die Klubobfrau der ÖVP Floridsdorf, Andrea Mayrhofer, ihre langjährige Forderung. Genau hier liegt ihrer Ansicht nach nämlich die Chance: Im Donaufeld entsteht mittelfristig eine Stadt in der Stadt. Und genauso muss sie auch geplant werden: zentrale, große Grün- und Parkanlagen, Freizeiteinrichtungen, freundliche und niedrige Bauten ohne Zäune rund um die einzelnen Anlagen und Zubringerstraßen nur außen rund um das Gebiet. Somit wäre dieser Bereich von Anfang an verkehrsberuhigt.
Öffis ausbauen
Will man ein größeres Chaos verhindern muss der öffentliche Verkehr attraktiver werden, das heißt im Fall Donaufeld: Verlängerung der Buslinie 33 A zum Zentrum Kagran, Verstärkung der Linie 26 auf der Kernstrecke zwischen Franz Jonas Platz und Kagran durch Kurzführungen und sofortiger flächendeckender Einsatz von Niederflurwaggons. Allein die zusätzliche Straßenbahnlinie 25, die auf den Geleisen des 26ers fährt, wird zu wenig sein! Zusätzlich braucht das Donaufeld ein Verkehrskonzept für die ganze Region - mit Einbeziehung des 22. Bezirks - damit der Verkehr auf das übergeordnete Straßennetz verlagert wird und Wohngebiete endlich entlastet werden.
Noch haben wir die Chance etwas zu tun. Wenn die Abteilungen der Stadtplanung und Verkehrsentwicklung der Stadt Wien aber so weiter machen wie bisher und die Wiener Linien sämtliche Vorschläge weiterhin ablehnen, dann schaut es düster aus für das Donaufeld. Uns muss endlich bewusst werden, dass wir hier von Dimensionen ganzer Städte sprechen, die Verantwortlichen agieren aber so als würde es sich um kleine Dörfer handeln.