Wien wächst unaufhörlich, neue Stadtteile boomen, Prognosen besagen dass die Stadt Ende 2030 über 2 Millionen Einwohner/innen haben wird. Hunderte, ja tausende betroffene Donaustädter/innen beschweren sich zu Recht über bevorstehende "Bausünden" und verlangen von der Politik Taten. In jüngster Zeit prallen leider immer häufiger bestehende Einfamilienhausstrukturen, über Jahrzehnte gewachsene Ortsbilder mit daran viel zu eng angrenzenden, in der Bausubstanz meist zu dichten und oft zu hohen neuen Bauten aneinander.
Rücksicht auf Ortsbilder Möglich macht das der Wiener Stadtentwicklungsplan, welcher die Stadtentwicklung generell und in großen Zügen festlegt. Die Bezirks- und Landespolitik lebt hier im wohl größten Spannungsfeld. Einerseits gilt es das Recht des Einzelnen zu wahren, wenn ein Grundeigentümer sein Grundstück zu den optimalen Bedingungen veräußern möchte, andererseits Bedacht und Rücksicht auf bestehende Strukturen und Ortsbilder zu nehmen.
Ein verstärktes Miteinander aller Betroffenen, insbesondere ein Umdenken der rot-grünen Stadtregierung ist gefordert. Noch ist es möglich in weiten Teilen unseres Bezirks die Weichen zu stellen, damit Ortsbildpflege nicht nur ein Schlagwort bleibt.
Horst Binder
Bezirksrat